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Tipps

Mittelohrentzündung:

Äußerlich hilft zu Beginn oft ausgezeichnet eine Packung nach folgender Art: -- vor und hinter das Ohr eine Zwiebelscheibe legen,
-- darüber (d.h. auf das Ohr und die beiden Zwiebelscheiben) eine warme Packung von frischgekochten und gestampften Pellkartoffeln (in Mull oder ein altes Tuch gepackt),
-- darüber ein gefaltetes Frottétuch,
-- das ganze zusammengehalten mit einem großen Dreiecktuch, das man unter dem Kinn schlingt und im Nacken knotet,
-- dann legt man den Kranken auf die Seite des kranken Ohres und schiebt zusätzlich eine Wärmflasche zwischen Kissen und Packung, damit diese lange warm bleibt.

Homöopathische Tipps:

Nehmen Sie bei allen Behandlungen eine einmalige Gabe von 2 Globuli C30 vom jeweiligen Mittel und trinken sie keinen Kaffee! Wie ich in der Rubrik Behandlungsprinzipien und Behandlungsverlauf schon beschrieben habe, gehen wir hier bei der Mittelwahl fast ausschließlich sehr individuell und auf die entsprechenden Symptome bezogen vor.
Aber wie immer, gibt es auch hier ein paar kleine Ausnahmen, die sich jeder merken bzw. auch ausprobieren kann.

Nachwehen nach Alkoholmissbrauch:

Clemens von Bönninghausen, der mit Hahnemann wohl einer der erfahrensten Homöopathen gibt in seinem Buch "Der Homöopathischen Hausarzt " folgenden Tipp: - Beim Bierrausch: Schwarztee, und darauf Rhus- toxicodendron oder Nux-vomica nach Maßgabe der Zeichen.
- Beim Brandweinrausch: Salzwasser und später Pulsatilla
- Beim Bierrausch: zuerst eine bittere Mandel und dann Nux-vomica

Bienenstiche

Ein vielfach bekanntes Heilmittel ist Apis mellifolica. Aber auch hier gilt das Erscheinungsbild genau zu beachten. Apis heilt nur Bienenstiche, die eine wässrige, dicke Schwellung hervorgerufen haben.

Knochenbrüche

Mit großem Erfolg setze ich hier Symphytum ein. Ein schönes Heilungsbeispiel hatte ich bei einem jungen Mann, der sich beim "Armdrücken" den Oberarm gebrochen hatte. Da sich nach fünf Wochen immer noch keine Heilung anbahnte, rief er mich in seiner Verzweiflung an. Die Ärzte hatten keine Erklärung dafür, wollten den Gips aber nicht abnehmen, da sich bis dato noch keinerlei Spongiosabildung (Knochenbälgchen) zeigte. Zwei Wochen später war der gewünschte Erfolg zu sehen.

Wundheilung

In vielen Haushalten findet sich mittlerweile Arnica. Es ist ein herrliches Mittel, das die Wundheilung fördert und Blutergüsse in erstaunlich schneller Zeit zur Resorption bringt. Es sollte möglichst schnell nach dem Geschehen gegeben werden. Bei Operationen empfehle ich eine Gabe (2 Globuli C30) vorher und nachher. Arnica ist auch in vielen Heilsalben enthalten. Es ist eine seit Urzeiten bekannte Heilpflanze.

Risse in den Fingerspitzen

(treten häufig im Winter auf und sind sehr schmerzhaft):

Petroleum C30, einmalig 2 Globuli. Nach 2-4 Wochen sollte eine Besserung eingetreten sein, ansonsten sollte eine chronische Anamnese erstellt werden, und ein individuelles Mittel erstellt werden.

siehe auch Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Tipps zu Kneippschen Anwendungen:

Ganzwaschung

Die Ganzwaschung war eine ausgesprochen beliebte Anwendung, die heutzutage fast in Vergessenheit geraten ist.

Sie ist besonders geeignet bei: Abwehrschwäche, vegetativer Unausgeglichenheit, Nervosität, Kreislaufstörungen, niedrigem oder labilem Blutdruck, Störungen der Wärmeregulation (kalte Hände, Füße), schlechter Hautdurchblutung, Schlaflosigkeit (Ein- und Durchschlafstörungen), chronischen rheumatischen Erkrankungen, rheumatoider Arthitis, Bettlägerigkeit (zur Anregung).
Wichtig: Der Körper muss warm sein!
Waschung zügig durchführen (ca. 2 Min.), aber nicht hastig.
Danach Erwärmung im Bett (30-60 Min.) oder anziehen und bewegen.

So wird's gemacht: -- Waschhandschuh in kaltes Wasser eintauchen und so ausdrücken, dass ein Wasserfilm auf der Haut entsteht. Es wird nicht abgetrocknet! (Reizverstärkung)
-- Beginn am rechten äußeren Unterarm hoch, mittig herunter und innen wieder hoch bis zur Achselhöhle, linker Arm ebenso, Hals anschließen
-- Brust und Leib mit großen Längsstrichen waschen
-- Rechtes Bein außen, vorne, innen und hinten (mit Gesäß) abreiben, in gleicher Weise das linke Bein, danach den Rücken, mit den Füßen enden
-- Waschhandschuh wird zwischen den einzelnen Schritten immer wieder im kalten Wasser ausgedrückt

Halswickel, kalt

Besonders geeignet bei: -- Akuter Halsentzündung (Halsschmerzen, Angina, Kehlkopfentzündung). Anstelle von kaltem Wasser hat sich hier auch Quark bewährt.
-- Leichter Schilddrüsenüberfunktion
-- Entzündungen im Nasen-Rachenraum
-- Nebenhöhlenentzündung, akut und chronisch
Vorsicht: er ist nicht geeignet bei einer normalen beginnenden Erkältung oder beginnendem Fieber (Wärmebedürfnis).
Sollte der Schmerz während der Behandlung zunehmen, bitte sofort abbrechen.

Was Sie brauchen: -- 1 Leintuch nass (10x70cm)
-- 1 Baumwolltuch (12x70cm)
-- 1 Wolltuch (12x70)
-- ggf. Quark (messerrückendick in Mull eingewickelt)

So wird's gemacht: Tücher faltenlos um den Hals wickeln. Auf die Haut zu unterst das Leintuch, in kaltes Wasser getaucht und leicht ausgewrungen (oder Quarkauflage), darüber: Baumwolltuch, darüber Wolltuch.
Während der Anwendung Bettruhe einhalten (auch wenn kein Fieber besteht).
Liegedauer des Halswickels: In akuten Prozessen abnehmend, wenn der Wickel sich erwärmt hat. Mindestens 1x wiederholen, evtl. morgens und abends.
Bei chronischen Erkrankungen sollte der Wickel mehrere Wochen abends angelegt werden und über Nacht dort belassen werden.
Allerdings würde ich in solch einem Falle eine homöopathische Behandlung empfehlen, da man hier mit weniger Aufwand meist schnellere Heilung erzielt.