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Fallbeispiele aus meiner Praxis:
Heuschnupfen
Eine 42-jährige Patientin kommt mit einem Heuschnupfen, der bereits in der Pubertät zum ersten Mal auftrat. Er beginnt im April und bleibt bis September.
Die Augen jucken, tränen, sind gerötet und gleichzeitig verspürt sie ein trockenes Gefühl. Reiben verstärkt den Juckreiz. Der Tränenfluss ist mild. Die Nase ist verstopft mit Ausfluss einer milden, wässrigen Flüssigkeit. Auch hier das Gefühl der innerlichen Trockenheit. Morgens nach dem Aufstehen überfallen sie heftige Niesanfälle. Geruch und Geschmack sind weitgehend verschwunden. Sie verspürt am Gaumen eine Trockenheit und starkes Jucken. Der Durst ist verstärkt durch das trockene Gefühl. Die Symptome verstärken sich vor allem im Freien, im Wind, aber auch bei Nebel. Morgens und abends geht es ihr schlechter, ebenfalls im Liegen.
Schon am zweiten Tag nach Mitteleinnahme war die Besserung eindeutig. Am dritten Tag ging es ihr so gut, dass sie es "darauf ankommen lassen wollte." Sie mähte den Rasen. Auch hier zeigte sich keinerlei Symptomatik mehr. Erst im Juni kam der Schnupfen noch einmal leicht auf, war aber nach der erfolgten Mittelgabe nach kurzer Zeit wieder geheilt.
Heuschnupfen
46-jährige Patientin, seit fünfzehn Jahren bestehender Heuschnupfen.
Heftige Niesanfälle, bis zu zwanzig Mal morgens nach dem Aufstehen. Die Absonderung ist gelb (sehr ungewöhnlich) und extrem stark. Das linke Auge schwillt komplett zu. Es tränt nur leicht. Atmen fällt ihr beim Gehen im Freien sehr schwer. Radfahren, Treppensteigen, eben jede körperliche Anstrengung verursacht eine Enge in den Bronchien. Der Gaumen juckt und das Zahnfleisch hinter den Schneidezähnen ist angeschwollen. Auch das gesamte Gesicht juckt und die Gesichtshaut ist gespannt. Die Patientin fühlt sich sehr müde.
Fünf Tage nach Mitteleinnahme ist die Symptomatik fast vollkommen verschwunden.
Husten mit Halsschmerz
Dieser Fall macht deutlich, wie wichtig in der Homöopathie die genaue Beobachtung eigenartiger Symptome sein kann, um zu einer schnellen Heilung zu kommen.
Ein 4-jähriges Mädchen hustete in der zweiten Nachthälfte viel. Am Morgen jammert es dabei und gibt Halsschmerzen beim Husten an. Es ist sehr schlapp und schwitzt an Kopf, Stirn und Nase. Auch niest das Kind. Erst auf mein Nachfragen, ob es hier etwas Eigenartiges gäbe oder bestimmte Gelegenheiten die dies auslösen, fällt der Mutter auf, dass der Husten mit Niesen endet!
Dieses Symptom kombiniert mit dem Halsschmerz beim Husten brachte mich auf Capsicum. Dieses Heilmittel wurde in einer C30-Dosierung einmalig gegeben. Die Mutter berichtete mir am darauf folgenden Tag, dass das Kind tags nur noch vereinzelt gehustet und die Nacht sehr gut geschlafen habe. Es habe nun weder Halsschmerzen noch Husten.
Chronische Bronchitis
Eine 11-jährige junge Dame kommt in Begleitung ihrer Mutter zur homöopathischen Fallaufnahme. Bereits im ersten Lebensjahr begann ihre Leidensgeschichte. Bis zum sechsten Lebensjahr litt sie praktisch permanent unter einer chronischen Bronchitis, in dem Zeitraum hatte sie zwei ausgebrochene Lungen und eine beginnende Lungenentzündung. Sie wurde ca. acht Mal mit Antibiotika behandelt. Die längste Krankheitspause gab es im sechsten Lebensjahr. Eineinhalb Jahre war Ruhe eingekehrt. Danach ging es aber mit über mehrere Wochen andauernden Bronchitiden, die bis zur Erschöpfung gingen, weiter. Folgende Symptomatik wurde berichtet:
Ein trockener, tiefer, bellender Husten mit einem kitzelndem Reiz im Kehlkopf. Er verschlimmert sich vor allem beim Tiefatmen, in der Rückenlage, bei kalter Luft, bei Frieren und abends nach dem Niederlegen. Am Schulsport konnte sie nie teilnehmen, da sie bei körperlicher Anstrengung, z.B. beim Laufen, sofort los hustete und dabei eine starke Enge in der Brust verspürte.
An Begleitbeschwerden zeigen sich ein Juckreiz auf dem Haarkopf, abblätternde Fußnägel und ein eigenartiges Schwitzen an den Oberschenkeln. Milch erweckt Übelkeit.
Sie ist ein sehr zierliches Mädchen, die aber sehr gut und alles isst. Also an einem Mineralstoff- oder Vitaminmangel kann es nicht liegen.
Sie bekommt eine Einmalgabe Silicea C 200. Nach 3-4 Tagen ist schon eine eindeutige Besserung festzustellen. Nach 8 Tagen hustet sie nur noch abends nach dem Niederlegen. Als wir uns nach fünf Wochen wiedersehen, fühlt sie sich kerngesund und erzählt freudestrahlend, dass sie sich auch nach einem Urlaub mit den Großeltern in Dubai nicht erkältet habe, was sonst durch den klimatischen Wechsel immer der Fall war.
Erkältung, Schnupfen, Stirnkopfschmerz bei vierjährigem Mädchen
Ein vierjähriges Mädchen kommt mit einer starken Erkältung in die Praxis: Grüner Schnupfen, Stirnkopfschmerz. Die Kleine fühlt sich an der frischen Luft bedeutend wohler, die Kopfschmerzen werden hier besser, der Schnupfen löst sich. Außerdem klagt sie über ein Gerstenkorn am rechten Unterlid mit entzündet geröteten Augen, die morgens verklebt sind. Sie schwitzt die letzten Tage überwiegend am Kopf, ist sehr weinerlich und anhänglich.
Nach einer Gabe Pulsatilla in einer Hochpotenz geht es dem Kind am nächsten Tag schon bedeutend besser. Der Kopfschmerz ist verschwunden, die Entzündung am Auge klinkt ab, der grüne Schnupfen ist klarer und weniger. Auch psychisch ist das Kind wieder ausgeglichen und zufrieden. Zwei Tage später ist sie wieder gesund.
Blutungen und vorzeitige Wehen (19. Schwangerschaftswoche)
Eine 35-järige Patientin kommt in der 19. Schwangerschaftswoche wegen Blutungen und vorzeitigen Wehen in Behandlung. Diese begannen vor einer Woche. Folgende Symptomatik wird geschildert: Kontraktionen der Gebärmutter werden ausgelöst durch: längeres Gehen, Stehen, beim Aufstehen vom Stuhl oder Bett und beim Umdrehen im Bett. Im Liegen geht es ihr gut. Wenn sie nüchtern ist, wird ihr übel. Dies wird auch durch Essensgeruch und Zigaretten ausgelöst.
Nach einer Gabe Sepia C200 fühlte sich die Frau schon am nächsten Tag bedeutend wohler. Sowohl die Übelkeit als auch die Geruchsüberempfindlichkeit verschwanden innerhalb der nächsten Tage, es traten keine Blutungen oder Wehen mehr auf und sie konnte wieder ihrer normalen Arbeit nachgehen.
Schlafstörungen bei einem Kleinkind
Ein eineinhalb jähriger Junge wird mir wegen Schlafstörungen von seiner Mutter vorgestellt. Er macht einen sehr aufgeschlossenen und quirligen Eindruck. Tagsüber zeigt er keinerlei Verhaltensauffälligkeiten. Die Mutter beschreibt ihn sogar als sehr ausgeglichen und er kann sich selbst schon gut beschäftigen. Zwei Monate zuvor hatte er einen fieberhaften Infekt. Seit dieser Zeit schläft er nur noch bei der Mutter. Das erste Mal erwacht er nach ca. zwei Stunden. Er lässt sich dann aber wieder beruhigen und schläft weiter. Er jammert und klagt im Schlaf. Ab ein Uhr nachts rennt er wie von Sinnen umher, schmeißt mit Dingen um sich die er aber zuvor verlangt hat. Auf Fragen nach Schmerzen kann er sich nicht verständlich machen. Bekommt er einen Schmerzsaft, schläft er allerdings ein. Vom Kinderarzt konnte nichts festgestellt werden.
Nach einer Gabe Belladonna C200 erfahre ich nach einer Woche von der Mutter, dass der Junge zwar noch öfters erwacht, aber recht zügig wieder einschläft (ohne Schmerzsaft).
Danach habe ich nichts mehr gehört, was mir normalerweise eine weitere Besserung signalisiert.
Halsschmerzen
Eine 38-jährige Patienten klagt über Halsschmerzen. Dies drückt sich mit einem Brennen, Kratzen und Trockenheitsgefühl im Rachen aus. Verstärkt wird das Ganze durch Sprechen und Leerschlingen. Schlingen von Speisen oder Getränken wird als weniger schmerzhaft empfunden. Es besteht ein starkes Verlangen nach kalten Getränken, und Hustenreiz im Liegen.
Nach einer Gabe Sulfur ist der Halsschmerz bereits am Abend verschwunden, die anderen Symptome sind und am nächsten Tag verschwunden.
Darmentzündung
Eine 19-jährige Patientin hat sich morgens selbst aus dem Krankenhaus entlassen. Die "alten Omas" waren für sie nicht mehr zu ertragen.
Grund des Krankenhausaufenthalts und der Einlieferung vor 10 Tagen war eine Blinddarmentzündung mit gleichzeitiger Entfernung einer Eierstockszyste. Daraufhin stellte sich eine Darmentzündung ein.
Sie berichtete mir folgende Symptomatik:
Extrem harter, druckschmerzhaft, aufgeblähter Bauch. Sie kann keine enge Kleidung vertragen. Beim Wasserlassen verspürt sie einen krampfhaften Schmerz im Unterbauch, so dass sie sich jedes Mal davor fürchtet. Das Liegen ist ihr lediglich auf der linken Seite möglich, dabei muss sie den Unterbauch mit einem Kissen unterstützen. Gehen lindert eigenartigerweise die Schmerzen. Der Stuhl neigt zum Durchfall, ist wund machend und grünlich verfärbt. Es gluckert laut vernehmlich im Bauch. Jeden Abend überfällt sie ein Frost mit Zähneklappern. Durst ist unverändert. Seit gestern schmerzt der Vorderkopf und die Schläfen, was aber nicht näher beschrieben werden kann.
Nach drei Gaben Sulfur jeweils an den darauf folgenden Abenden sind außer einem leichten Schmerz bei Druck auf den Bauch keine Symptome mehr vorhanden. Sowohl der Frost als auch die äußerst unangenehmen Schmerzen beim Wasserlassen waren bereits am nächsten Tag verschwunden. Nach vier Tagen war nur noch eine gewisse Schlappheit zu spüren.
Warze
Ein 4-järiges Mädchen kommt mit einer Warze an der Fingerbeere des Mittelfingers. Diese ist ca.5 mm lang, gezackt und in einen roten, entzündlichen Hof eingebettet. Sie umfasst praktisch die halbe Fingerbeere. Die kleine Dame war seit dem 2. Lebensjahr sowohl am Tage als auch in der Nacht trocken. Seit einigen Wochen nässt sie in der ersten Nachthälfte wieder ein. Außer dass sie seit Beginn der Kindergartenzeit häufiger erkältet ist, ergaben sich keine weiteren Auffälligkeiten. Sie ist aufgeweckt und eher eine etwas quirlige Natur.
Nach einer Gabe Sepia begann die Warze schon nach Tagen schwarz zu werden und es sah so aus, als wolle sie bald abfallen. Aber nach 10 Tagen wurde sie wieder rot und schmerzhaft. Das Kind hatte allerdings seit der Mittelgabe nicht mehr eingenässt.
Danach verordnete ich Sepia in einer Q-Potenz, diese Tropfen werden verdünnt jeden Tag eingenommen. Nach 3 Wochen erhielt ich einen Anruf, dass die Warze abgefallen sei. Die Fingerbeere ist völlig unauffällig. Man erkennt keinerlei Narben oder andere Restspuren. Das Mädchen ist nach wie vor trocken.
Wie schnell kann Homöopathie wirken?
Immer wieder höre ich die Meinung, Homöopathie sei sicher nicht schädlich, aber sie brauche doch sehr lange, bis sie wirkt. Hierzu nun ein Fallbeispiel:
Hochfieberhafte Erkrankung eines knapp 2-jährigen Jungens.
Morgens ruft mich die Mutter an, dass ihr Sohne nachts bis auf 40,9 C auffieberte. Er erbrach zweimal, atmete flach und schnell, jammerte und war sehr unruhig. Er hat einen leichten Schnupfen, das Sekret ist um die Nase leicht grünlich verkrustet, aber es kommt ansonsten auch gelblicher und klarer Schleim heraus. Zum Durst gab es keine Besonderheiten. Er wollte während der Hitze aufgedeckt liegen. Die Mutter hatte ihm in der Nacht ein Fieberzäpfchen gegeben und die Temperatur war nun auf 38,4 C gefallen. Sie hatte ihrem Sohn bereits Chamomilla D12 verabreicht, da sie meinte, er habe Ohrenschmerzen. Ich hielt das Mittel für nicht schlecht gewählt, und so ließ ich sie mit dem Mittel alle 1-2 Std. weiter verfahren und bat sie, das Kind weiter zu beobachten.
Am nächsten Tag teilte sie mir mit, dass sie gestern den Jungen zwei Mal beim Kinderarzt untersuchen ließ, da er immer weiter fieberte (über 39 C) trotz wiederholter Zäpfchengabe. Es wurden gerötete Innenohren festgestellt, aber keine Mittelohrentzündung. Ansonsten kein weiterer Befund, der das Fieber erklärte. Die Ärztin hatte Ottovowen (homöopatisches Kombipräparat) verschrieben, das die Mutter auch schon gegeben hatte. Erneut ließ ich sie gewähren, allerdings mit der Bitte, Pulsatilla in einer ihr vorrätigen niederen Potenz zusätzlich zu geben. Da das Kind bis 13 Uhr immer noch hoch fieberte, schläfrig war, weinte und jammerte, bräunliche (auch von anderen Personen bestätigt) Augenringe und rote Bäckchen hatte, entschloss ich mich, alle anderen Medikamente abzusetzen und nur noch Pulsatilla in einer in Wasser aufgelösten Hochpotenz zu verabreichen.
Am nächsten Tag teilt mir die Mutter mit: Nachdem sie von dem Mittel gegen 16.30 Uhr zum dritten Mal einen Teelöffel gegeben hatte, erstand der Sohn wie Phönix aus der Asche. Das Fieber fiel, er wollte trinken und war stimmungsmäßig wie verwandelt. In der Nacht hatte er noch einmal kurz aufgeschrieen, aber ansonsten sehr gut geschlafen. Im Hintergrund hörte ich ein ausgelassen spielendes Kind.
Weitere Fallbeispiele aus meiner Arbeit werde ich hier in Zukunft veröffentlichen.
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